Die Grundzüge des Islam



Das arabische Wort Islam läßt sich mit "Hingabe, Ergebenheit" wiedergeben. Die davon abgeleitete Form Salam bedeutet "Frieden". Dementsprechend ist Muslim derjenige, der sich dem Willen der einen Wirklichkeit, nämlich Allah (Gott), mit ganzem Herzen hingibt und dabei inneren wie äußeren Frieden findet.

 

1. Einheit

Das Haupt anliegen des Islam ist das Bekennen der Einheit Gottes (arabisch : tawhid). Der zentrale Grundsatz lautet : Keine Gottheit außer Gott, was bedeutet, dass nichts auf eine Stufe mit Gott gestellt werden kann und Er allein das absolute, von allem unabhängige Sein ist, während alles, was existiert, von Ihm abhängt. Er ist die absolute Realität, die alles sichtbare und Unsichtbare, Lebendige und Leblose aus dem Nichts erschafft und erhält. Wenngleich die gesamte Schöpfung Seine Weisheit bezeugt, steht Er doch über allen sinnlichen Wahrnehmungen und rationalen Konzepten : Gott ist außerhalb aller Geschöpflichkeit, jedoch nicht von ihr getrennt. Er ist dem Menschen näher als dessen eigene Halsschlagader (vgl. Sure 50, Vers16 ). {und doch kein Teil von ihm}{Er besteht nicht aus Komponenten, in die Er sich auseinander dividieren lassen würde}. Durch innere Läuterung und unablässige Bejahung dieser einen Wirklichkeit überwindet der Gläubige den scheinbaren Widerspruch zwischen unerreichbarer Transzendenz und göttlicher Allgegenwart, so dass er schließlich in allem nur noch den Einen bezeugt.

 

2.Propheten

Der zweite Teil des islamischen Bekenntnisses, dass "Muhammad der Gesandte Gottes" ist, hat nicht die ausschließliche Bedeutung, die ihm oft beigemessen wird. Die Anerkennung der prophetischen Sendung ist keineswegs auf Muhammad (friede sei mit ihm ) beschränkt. Der Qur'an lehrt, dass sich Gott seit Anbeginn der Menschheit immer wieder den verschiedenen Völkern offenbart hat. Dazu erwählte Er besonders edle Menschen als Träger der Offenbarung und Verkünder Seines Gesetzes. Die Propheten und Gesandten Gottes sind jedoch ohne Ausnahme Menschen und keine Übermenschen oder gar Götter : Abraham, Noah, Moses, Jesus und zahlreiche andere Propheten (Friede sei mit ihnen allen) schöpften aus der selben Quelle der Offenbarung, um den Menschen jene Daseinzusammenhänge klarzulegen. Die durch wissenschaftliche Erkenntnis nicht vermittelt werden können. Die Muslime glauben an alle Gesandten Gottes und machen "keinen Unterschied zwischen ihnen" (vgl. Sure 2, Vers 285). Muhammad (Friede sei mit ihm) ist der letzte, der ihre Reihe abschließt und ihre Botschaften bestätigt.

 

3. Jenseits

Die Existenz des Menschen endet nicht mit seinem körperlichen Ableben. Der Tod ist ein natürliche Übergang in ein jenseitiges Dasein. Diesseits und Jenseits stehen in unmittelbarer Verbindung : das Diesseits ist der Acker und das Jenseits die Ernte der Handlungen des Menschen. Nach einem geistigen Zwischenstadium werden ihm seine Taten gemäß ihren Absichten am "Tag des Gerichts" vorgeführt. Niemandem wird dabei auch nur das geringste Unrecht geschehen (vgl. Sure 57, Vers 20) und das Jenseits höher und von ewigem Charakter ist (vgl. Sure 87, Vers 16 ).

 

4.Mensch

Gott hat die Schöpfung nicht hervorgebracht, um Nutzen daraus zu ziehen, sondern Er schenkt Seinen Geschöpfen durch ihr dasein die Möglichkeit zur eigenen Entwicklung. Der Mensch gilt im Qur'an als "Stellvertreter Gottes" auf Erden. Ihm hat Gott von seinem Geist eingehaucht. Der Mensch ist somit Träger des göttlichen Vertrauenspfandes und dank seiner Willensfreiheit gegenüber sich und der gesamten Schöpfung verantwortlich. Jeder Mensch hat eine "göttliche Anlage" und einen Hang zum Guten wie auch zum Bösen. Seine guten Neigungen führen ihn zu geistig-seelischer Reife; gerät er aber unter die Herrschaft seiner niederen Triebe, dann handelt er gegen die göttliche Ordnung und seine eigene Entwicklung. Alle Menschen, ob Mann oder Frau, Schwarz oder Weiß, arm oder reich haben den selben Stellenwert vor Gott und dem Gesetz. Das Einzige, was sie unterscheidet, ist der Grad ihrer Gottesfurcht und ihre Nähe zum Schöpfer (vgl. Sure 49, Vers 13).

 



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