Muslim Ibn Aqil lehnt hinterhältigen Attentat ab



3. Muslim Ibn Aqil lehnt hinterhältigen Attentat ab

Hani bin Urwa erkrannkte und hörte auf, an den Versammlungen der Muslime teilzunehmen. Ubaidullah Ibn Ziyad fragte einmal die Sitzungsteilnehmern:

"Was ist los, dass ich Hani nicht sehe?"
- "Er ist krank," antworteten sie.
- "Wenn ich von seiner Krankheit gewusst hätte, hätte ich ihm einen Krankenbesuch abgestattet," sagte Ibn Ziyad. In der Tat ließ er Hani die Nachricht überbingen, dass er ihn am Abend besuchen kommen werde. Als Hani davon erfuhr, war er sehr froh, weil er gedacht hatte, er könne Ubaidullah einfach aus dem Weg der Rebellion schaffen, daher bat er Muslim Ibn Aqil in einem Nebenzimmer zu warten und bei guter Gelegenheit mit einem Schwert raus zu kommen und Ibn Ziad für immer zu beseitigen, und während des Besuchs versuchte Hani laut zu sprechen um Muslim zu alarmieren, doch der Besuch ging zu Ende und Hani verstand es nicht, warum Muslim diesen Tyrann nicht umgebracht hatte, obwohl die Gelegenheit dafür sich anbot, Muslim sagte aber : ‚Ich habe vom Propheten ( Friede sei mit ihm ) gehört :
"Allah mag nicht die Menschen, die Attentate aus dem Hinterhalt verüben".

Die Verhaftung Hanis

-Ubaidullah wußte, dass Hanis Stamm und seine Nachbarn, jede Polizeieinheit daran hindern würde ihn zu verhaften, so ließ er ein paar Heuchlar wie Muhammad ibn Aschath und andere und befahl sie Hani unter dem Vorwand in den Palast zu holen, Ubaidullah plane eine Versammlung für Stammesführer. Um über die Pläne Ubaidullah informiert zu sein, wollte Hani an der angeblichen Versammlung auch teilnehmen, er sagte aber zu seiner Familie, wenn ich in der Nacht nicht zurückkomme, so greift den Palast an und holt mich daraus.
-Hani ging in den Palast weiter, bis er zu Ibn Ziyad kam, und bei diesem befand sich eine Gruppe von Leuten. Als er erschien, sagte Ibn Ziyad zu sich selbst: "Seine Zeit ist gekommen, seine Füße haben ihn zu dir gebracht." Als Hani sich Ibn Ziyad genähert hatte, der den Richter, Schuraih, bei sich hatte.
-"Was bedeutet das, O Gouverneur?," fragte Hani.
-"Ja, Hani ibn Urwa," sagte Ibn Ziad, "was sind das für Dinge, auf die du in deinem Hause lauerst, dass sie den Führer der Gläubigen und die Allgemeinheit [amma] der Muslime treffen mögen? Du hast Muslim ibn Aqil Unterschlupf gewährt und in dein Haus aufgenommen. Du hast für ihn Waffen und Männer in den Häusern um dich herum gesammelt, und du dachtest, dass das mir verborgen blieb."
-"Ich habe für ihn keine Waffen gesammelt und die Leute kamen freiwillig zu ihm" antwortete Hani.
-"Doch," sagte er, "das hast du getan."
- "Hört mir zu", sagte er, "Würdet ihr einen Gast zurückweisen. Was würden die Leute über mich sagen. Außerdem ist seine Verwandtschaft zum Gesandten Allahs Grund genug ihn aufzunehmen. Wenn er eine andere Bleibe hätte, hätte ich ihn auch nicht gehen lassen".
-"Bei Allah," sagte Ibn Ziyad, "du wirst niemals von mir weggehen, bis du ihn mir bringst."
-"Nein, bei Allah," antwortete Hani, "ich werde ihn dir nie und nimmer bringen, soll ich dir meinen Gast bringen, damit du ihn tötest?!"
-"Bei Allah, du wirst ihn zu mir bringen!"
-"Nein, bei Allah, ich werde ihn nicht zu dir bringen!"

Nachdem ihr Wortwechsel länger angedauert hatte, erhob sich Muslim ibn Amr Al-Bahili - und es gab in Kufa keinen Syrer noch jemanden aus Basra außer ihm - und sagte: "Möge Allah dem Gouverneur Glück bescheren, lass mich mit ihm allein, so dass ich mit ihm sprechen kann." Er stand auf und nahm ihn von Ibn Ziyad weg. Sie waren in seiner Ibn Ziyads Sichtweite und so nahe bei ihm, dass er hören konnte, was sie sprachen, wenn sie ihre Stimmen hoben.

-"Hani", sagte Muslim, "ich beschwöre dich bei Allah, du bringst dir selbst den Tod und Unheil über deine Familie. Bei Allah, ich halte dich für zu wertvoll dafür, dass du getötet werden sollst. Daher übergib Muslim ibn Aqil an sie, für dich entsteht damit keine Schande oder Fehler, denn du wirst ihn nur den Autoritäten übergeben, und er wird nicht getötet."
-"Bei Allah", antwortete Hani, "in der Tat wäre es für mich Schmach und Schande, wenn ich meinen Gast ausliefern würde, während ich am Leben und gesund bin, höre und sehe, ich habe einen starken Arm und viele Helfer?! Bei Allah, selbst wenn ich alleine wäre und keinen Helfer hätte, würde ich ihn nicht ausliefern, bis dass ich an seiner Stelle sterbe." Dann begann er, laut zu rufen: "Bei Allah, niemals werde ich ihn ausliefern!"

Das hörte Ibn Ziyad.

-"Bringt ihn zu mir", sagte er, und er wurde mit gebundenen Armen zu ihm gebracht. "Bei Allah," forderte er, "du wirst ihn mir bringen, oder ich werde dich köpfen lassen."
-Hani antwortete: "Dann wird es viel Blitzen von Schwertern um dein Haus herum geben."
-"Muslim scheint dich verblendet zu haben," sagte Ibn Ziyad, "willst du mir mit dem Blitzen Angst einjagen?" Hani dachte, dass sein Stamm Ibn Ziyad daran hindern würde, ihn zu töten.

"Komm her zu mir," befahl Ibn Ziyad. Hani wurde zu ihm geschoben , und Ibn Ziyad stellte sich ihm entgegen mit einer Rute, und er schlug ihn damit unaufhörlich auf sein Gesicht, Nase, Stirn und Wangen, so dass seine Nase brach und das Blut auf seine Kleider strömte. Das Fleisch seiner Wangen und seiner Stirn spritzte auf seinen Bart, bis die Rute entzweibrach. Er streckte seine Hand nach dem Griff des Schwertes einer der Wachmänner aus, doch der packte sie und hinderte ihn daran.

-"Du hast dich also die ganze Zeit wie ein Abweichler (Kharidschiten) verhalten?" schrie Ubaidullah, "dein Blut ist uns somit erlaubt. Bringt ihn weg!"



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