Hamaid ibn Muslim berichtete



14. Hamaid ibn Muslim berichtete: 

Nachdem viele der Gefährten Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) von der Armee Umar ibn Saads getötet worden waren, marschierte ein junger Mann mit seinem Schwert zum Kampfplatz. Sein Gesicht war jung und er strahlte wie ein Vollmond. Er trug ein Hemd, ein Taillengewand [izar] und ein Paar Sandalen. Er rezietierte : "Ich bin der Sohn Al-Hassans, und dieser ist der Enkel des Propheten wie ein Gefangener in eueren Händen. Ich werde euch mit meinem Schwert schlagen wie ein Haschimitischer Junge ". Während des Kampfes bekam er einen Schlag auf seinen linken Fuß, der den Riemen seiner Sandale zerrissen hat. Er stieg ab um den Riemen zu binden. Umar ibn Saad ibn Nafail Al-Azdi sagte zu mir: "Ich werde ihn angreifen," und ich erwiderte: "Subhanallah (Gepriesen sei Allah)! Wozu willst du das tun? Lass ihn. Denn er ist von mehreren umzingelt." Doch er bestand darauf: "Bei Allah, ich werde ihn angreifen." So rannte er ihm entgegen und kam nicht zurück, bis er seinen Kopf mit seinem Schwert getroffen und ihn gespalten hatte. Der junge Mann fiel auf sein Gesicht und schrie "Oh mein Onkel!". Da griff Hussain an mit der Wut eines angreifenden Falken. Er ritt eine Attacke wie ein wütender Löwe und traf Umar ibn Sad ibn Nafail mit seinem Schwert. Jener versuchte, den Schlag mit seinem Arm abzuwehren, doch sein Arm wurde vom Ellenbogen abgeschnitten, und er stieß einen lauten Schrei aus, der selbst im Lager noch vernommen werden konnte. Als Hussain (Friede sei mit ihm ) von ihm abließ, griffen die kufitischen Reiter an, um ihn zu retten, doch sie trampelten ihn dabei aus Versehen mit den Hufen ihrer Pferde nieder, und der Staub legte sich.

Ich sah, wie Al-Hussain ( Friede sei mit ihm ) bei dem Haupte des jungen Mannes stand und auf seine Füße schaute, und Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) sagte: "Mögen diejenigen, die deinen Tod verursacht haben, zugrunde gehen. Denn derjenige, der am Tage der Auferstehung für dich als ihr Gegner auftreten wird, wird dein Großvater sein (gemeint ist der Prophet)" Dann fuhr er fort: "Bei Allah, es ist hart für deinen Onkel, dass du ihn gerufen hast, und er dir nicht helfen konnte, oder vielmehr half er dir, aber dein Hilferuf kam zu spät, als dass er dir noch helfen konnte. Denn, bei Allah, diejenigen, die seine Verwandten töten, sind viele, aber diejenigen, die ihm helfen, sind wenige." Dann trug er ihn auf seinen Armen fort. Er nahm ihn und legte ihn zu seinem Sohn Ali ibn Al-Hussain ( Friede sei mit ihm ) und die anderen Mitglieder seiner Ahl-Al-Bait, die ermordet worden waren. Ich fragte nach dem Jungen, und man sagte mir, dass er Al-Qasim ibn Al-Hassan ibn Ali ibn Abi Talib ( Friede sei mit ihnen allen ) sei.

Dann setzte sich Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) vor das Zelt. Seine Schwester Saineb brachte ihm seinen Baby Abd-Allah, dessen Mutter ihn wegen ihrem Durst nicht mehr stillen konnte. Sie fragte ihn, ob er für ihn von den Gegnern Wasser verlangen könne. Er hob sich und ging zu Fuß zum Kampfplatz und sagte : "Wenn die Erwachsenen etwas getan hätten, wofür sie jetzt getötet werden, welcher Schuld hat dieses Baby auf sich geladen". Das Lager war in zwei Parteien gespalten. Die einen wollten Wasser geben und die anderen wollte die Familie des Propheten ausrotten. Umar Ibn Saad rief seine besten Bogenschütze Harmele : "Harmale, beende den Streit unter den Leuten". Er nahm ein Pfeil und spannte ihn in seinen Bogen und sah wie der Hals des Babys in der Mittagssonne glänzte. Er zielte auf den Hals und traff ihn mit seinem Pfeil. Das Baby hatte noch kurz vor seinem Tod, seine Arme auf- und abbewegt, wie Vögel beim Flattarn und wollte seinen Vater umarmen. Der Tod ereilte ihm bevor es das tun konnte. Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) fing das Blut des Kindes mit seiner hohlen Hand auf. Als seine Hand sich mit Blut gefüllt hatte, warf es in die Luft und sprach: "O Herr, wenn es so sein sollte, dass Du die Hilfe des Himmels von uns ferngehalten hast, dann lasse es deshalb sein, weil Deine Gründe besser sind als sofortige Hilfe. Räche Dich an diesen Leuten, die solche Unterdrücker sind." Dann trug er das Kind weg und legte es zu den anderen Mitgliedern seiner Ahl-Al-Bait, welche getötet worden waren.

Dann schoss Abd-Allah ibn Uqba Al-Ghanawi einen Pfeil auf Abu Bakr ibn Al-Hassan ibn Ali ( Friede sei mit ihm ) und tötete ihn. Als Al-Abbas ibn Ali die Anzahl seiner Familienmitglieder sah, die getötet worden waren, sagte er zu seinen Brüdern mütterlicherseits - Abd-Allah, Dschafar und Uthman: "Meine Brüder durch meine Mutter, tretet an, so dass ich sehe, dass ihr Allah und Seinem Gesandten treu geblieben seid."

Abd-Allah ( Möge Allah mit ihm zufrieden sein ) trat zum Kampf an und kämpfte tapfer. Er lieferte sich ein Schwertgefecht mit Hani ibn Schabib Al-Hadhrami, und Hani tötete ihn. Nach ihm trat Dschafar vor, und Hani tötete auch ihn. Khawali ibn Yazid Al-Asbahi (l., lanatullahi alaihi = möge Allah ihn verfluchen) kämpfte gegen Uthman, der den Platz seines Bruders eingenommen hatte. Er feuerte einen Pfeil auf ihn und streckte ihn damit nieder. Einer der Banu Darim griff ihn an während er am Boden lag und köpfte ihn.

Als Al-Abbas seinen Bruder Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) um Erlaubnis bitten wollten, zum Kampf anzutreten, sagte Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) : "Du bist meinen Bannenträger und du bist das der Leithammel meiner Armee, wenn du gehst, werden meine Soldaten zerstreut. Wenn die Frauen und Kinder dich sehen, denn fühlen sie sich sicher. Wenn du aber Wasser für die durstigen Kinder bringen kannst, denn tu das". Als die Kinder sahen, dass Al-Abbas ein Wassergefäß vom Versorgungszelt holte rannte sie hinter ihm her und weinten vor Durst. Sukina, Tochter Imam Hussains ( Friede sei mit ihm), hielt ihn auf und umarte ihn und sagte : "Kannst Du mir Wasser bringen, Onkel." Al-Abbas weinte für diesen Anblik und sagte ihr : "Ich verspreche dir, dass ich das tun werde."

Al-Abbas ritt allein zum Strand des Euphrats und kämpfte gegen die Männer, die Umar Ibn Saad dort aufgestellt hatte. Als sie sahen, dass der Sohn Ali Ibn Abi Talebs seinen Agriff startete, flohen sie rechts und links und konnten seinen Schwerthieben nicht standhalten. Er erreichte den Fluß und füllte das Wassergefäß mit Wasser und als er die Kälte des Wassers spürte, wollte er auch davon trinken. Doch als er sich vorstellte, wie durstig Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) war, warf er das Wasser aus seiner Hand und sagte : "O meine Seele, wenn Imam Hussain stirbt, solltest du vor ihm vom Tod kosten. O, meine Seele, du trinkst kaltes Wasser während Al-Hussain kurz vorm Tod steht." Danach ritt er zurück.

Hinter einer Palme versteckte sich ein Krieger und schlug Al-Abbas mit seinem Schwert auf die rechte Hand und trennte sie ab. Al-Abbas rezietierte " Bei Allah auch wenn ihr meine Rechte abschlägt, ich werde immer meine Religion verteidigen und werde meinen Imam, der zutiefst von dem Glaube überzeugt ist, verteidigen. Al-Abbas nahm das Wassergefäß unter dem linken Arm und den Banner unter dem rechten und wollte nun so schnell wie möglich das Lager erreichen. Ein weiterer Kriege schlug ihn mit seinem Schwert auf die linke Hand und trennte sie ab. Al-Abbas rezietierte "Allah, sie haben meine linke abgehakt, so treibe sie ins Höllenfeuer". Er umarmte das Wassergefäß und ließ den Banner fallen. Da schlug ihn ein Feigling mit einer Eisenstange auf den Kopf und die Bogenschützen nutzten die Gelegenheit und die Pfeile kamen auf ihn wie im Strömen nieder. Ein Pfeil bohrte sich in sein linkes Auge und ein Pfeil in sein Schulter und weitere in seine Beine. Er trieb aber sein Pferd weiter, weil er das Wasser bis ins Lager bringen wollte und er wurde von den Geschrei der durstigen Kinder angetrieben. Doch als mehrere Pfeile das Wassergefäß trafen und das Wasser lief aus, verlor er den Mut und fiel von seinem Pferd und rief :