Bruder Hussain hilf mir..



15. Bruder Hussain hilf mir..

Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) hörte zum erstenmal von Al-Abbas das Wort Bruder und griff wie ein verwundeter Löwe die Schar der Krieger um ihn und rief : " Wohin flieht ihr nachdem ihr mein Bruder getötet habt. Wohin flieht ihr nachdem ihr meinen rechten Arm getötet habt" und zerstreute sie. Er stieg von seinem Pferd ab und kam seinem Bruder zu Hilfe. Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) versuchte seinen Bruder Al-Abbas zu tragen und er fragte :

"Was willst machen".
"Dich zum Lager tragen" erwiederte Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ). Abbas sagte aber :
" bitte laß mich hier, da ich Sukaine versprochen hatte, ihr Wasser zu bringen und ich schäme mich ohne Wasser zu ihr zurückzukehren."

Dann saß Imam Hussain auf dem Boden und legte den Kopf seines Bruders in seinen Schoß, Abbas aber hob seinen Kopf und legte ihn wieder auf die Erde. Imam Hussain fragte verwundert

"Warum machst du das Bruder ?" Abbas antwortete
"Wann du in Kurze auf dem Boden liegst, wer wird dann dein Kopf in seinen Schoß legen ? "
Dann wanderte seine Seele in den Himmelreich.
Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) weinte bitter und sein Heulen erreichte das Lager der Feinde während er schrie :
"Jetzt ist mein Rückgrat gebrochen, Jetzt kann mir nicht geholfen werden, Jetzt zerstreuten sich meine Soldaten. Jetzt kann mein Feind Schadenfreude empfinden."

Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) konnte jetzt nur noch mit Mühe gehen und die Nachricht vom Tod Al-Abbas war ein harter Schlag für die Frauen und Kinder im Lager Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ).

Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) verabschiedete sich von den Frauen und Kindern in seinem Lager. Sie versammelten sich rings um ihn herum. Sie weinten, so viel sie konnten. Er war das letzte noch verbliebene Mitglied der Ahlul-Bait ( Friede sei mit ihnen allen ).Sie wussten, dass sie mit ihm nicht nur den Imam verlieren würden, sondern auch ihre Freiheit. Sie wussten, dass sie gefangengenommen werden, wenn er getötet wird.

Er fragte seine Schwester, ob sie ihm nicht ein Unterhemd aus Pflanzenfasern und eine lange Unterhose aus Mischgewebe geben könnte. "Warum, mein Augenlicht ?" fragte Saineb ihren Bruder ( Friede sein mit ihnen beiden ). "Ich weiß, dass sie nach meinem Tod mir meine Kleider berauben werden, und ich will unter meinen Kleidern etwas anhaben, dass niemand intressiert."

Als Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) zum Kampf reitete wunderten sich die Gegner von seiner Standhaftigkeit und Kriegskunst. Da sie erwartet hatten, das Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) in sein Haß auf die Mörder seiner gefährten und Vervandten und in seiner Trauer um die Getötteten, blind auf die Leute losgehen würde. Er hat diesen Kampf von der ersten bis zur letzten Minute als eine islamische Pflicht betrachtet und war nicht eine Sekunde verzweifelt. Aus Angst vor dem Sohn Alis und aus Furcht vor der Befeleckung der eignen Hände mit dem Blut der Ahlul-Bait ( Friede sei mit ihnen allen ) sind die Kämpfer vor ihm geflüchtet wie wenn eine Schaafsherde von einem Wolf angegriffen wird. Dies beschreibt Hamid ibn Muslim:

"Bei Allah, niemals zuvor sah ich so eine Beharrlichkeit. Nachdem seine Söhne, Familienmitglieder und Gefährten getötet worden waren, bewahrte er dennoch Haltung und verlor nicht den Mut. Als die Fußtruppen ihn angriffen, stürmte er mit seinem Schwert gegen sie an, und er trieb sie von seiner Rechten und von seiner Linken auseinander wie Ziegen, wenn ein Wolf sie angreift."



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