Hamid ibn Muslim berichtete



16. Hamid ibn Muslim berichtete:

"Bei Allah, ich habe nicht eine von Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) Frauen, Töchtern oder anderen weiblichen Familienmitgliedern gesehen, die noch Schmuck trug. Dann kamen wir zu Ali ibn Al-Hussain ( Friede sei mit ihm ). Er lag schwer krank auf einem Bett ausgestreckt. Schimr hatte eine Gruppe Fußsoldaten bei sich, und sie fragten ihn:
"Sollen wir diesen Kranken nicht töten?"
"Gelobt sei Allah," sagte ich, "werden denn wehrlose Jugendliche auch getötet? Er ist doch nur ein Junge, was auch immer mit ihm ist," und ich zog mich nicht zurück, bis ich sie von ihm abgehalten hatte.

Dann kam Umar ibn Sad, und die Frauen schrien ihm weinend ins Gesicht. Er sagte zu seinen Leuten: "Niemand von euch soll die Zelte dieser Frauen betreten oder diesen kranken Jungen stören." Die Frauen fragten ihn, ob sie die Sachen, die ihnen genommen worden waren, wiederbekommen könnten, damit sie sich bedecken könnten. Er wandte sich ab und sagte zu seinen Anführeren: "Wer will freiwillig zu Hussain gehen und sein Pferd mit seinen Hufen auf seinen Körper trampeln lassen?" Zehn meldeten sich. Zu ihnen gehörten Ishaq ibn Hayyat und Akhnas ibn Marthad. Sie trampelten mit ihren Pferden über den Leichnam Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ), bis sie seinen Rücken zerschmettert hatten. Umar ibn Sad war den ganzen Nachmittag bis in die späten Abend mit dem Begraben seiner getötteten Soldaten beschäftigt. Er ordnete an, dass die Köpfe der übrigen Imam Hussains ( Friede sei mit ihm) Anhänger und der Mitglieder seiner Ahl-Al-Bait abgetrennt werden sollten. Es waren zweiundsiebzig Köpfe. Er sandte Schimr ibn Dhi Al-Dschawschan, Qais ibn Ahath und Amr ibn Al-Hadschadsch mit ihnen. Umar ibn Sad blieb in Kerbala für den Rest des Tages (Aschura) und den nächsten Tag bis Mittag. Dann rief er die Leute für die Abreise zusammen und machte sich nach Kufa auf den Weg. Er nahm die Töchter und Schwestern Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) mit, zusammen mit Ali ibn Al-Hussain ( Friede sei mit ihm ). Letzterer war Krank und dem Tode nahe. Vorneweg schickte er einen Reiter, der Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) Kopf an einer langen Lanze trug.

Die Körper der Märtyrer von Kerbala blieb drei Tage und zwei Nächte auf der Erde liegen, bis sie am Abend des dritten Tages von Imam Ali Ibn Al-Hussain ( Friede sei mit ihm ) mit Hilfe der Banu Asad begraben wurden.

Ein Mitglied der Banu Asad ( Stamm von Asad =arab. Löwe ) erzählt :

Unser Stamm hat Kufa verlassen, damit wir von Ubaidullah Ibn Zyad nicht zum Krieg gegen Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) gezwungen werden. Wir hatten vor uns Imam Hussain ( Friede sei mit ihm ) anzuschließen. Wir kamen in die Gegend von Al-Ghadiriyya, und sahen blutüberstömte Körper ohne Köpfe, die von zwei Löwen bewacht wurden, was uns verwunderte und wir ahnten schlimmes. Plötzlich kam ein Reiter aus der Richtung von Kufa und stieg ab und begrüßte uns. Er hatte sein Gesicht bedeckt. Er bat uns ein Grab zu schaufeln für einen Körper und er legt diesen Körper dadrin mit einem Säugling (Imam Hussains Körper mit Abdullah ), dann sollten wir ein weiteres Grab schaufeln zu seinen Füßen, dadrin legte er einen fast zerstückelten Körper ( Ali Al-Akbar ). Dann bat er uns eine große Grube zu schaufeln. Dadrin legte er die Körper der Gefährten. Und als er hörte, dass wir von Bau Asad sind sagte er uns : "Dieser Körper gehört zu euerem Bruder" Damit meinte er Al-Hur. Wir baten ihm, uns zu erlauben, diesen Körper dort zu begraben, wo unser Stamm lebt. Er erlaubte uns dies. Dann bat er uns mitzukommen Richtung Ufer und dort sahen wir noch einen Körper ohne Kopf, den wir begraben haben ( Al-Abbas Ibn Ali ). Er verrichtete das Totengebet vor jedem Begräbnis und wir waren ihm so ergeben, dass wir vergessen hatten, ihm nach seinen Namen zu fragen".

Die Gefangenen bei Ibn Ziyad

Als der Kopf Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) bei Ibn Ziyad angelangt war und nachdem Ibn Sad am nächsten Tag mit den Töchtern und Familienangehörigen Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) angekommen war, setzte sich Ibn Ziyad vor die Leute im Gouverneurspalast. Er hatte die Stammesführer offiziell zusammenrufen lassen und ihnen befohlen, anwesend zu sein um den Kopf Imam Hussains zu sehen. Er legte diesen vor sich, und schaute ihn mit einem Lächeln an. Währenddessen wurde die Familie Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ) vor Ibn Ziyad gebracht. Saineb, die Schwester Imam Hussains ( Friede sei mit ihm ), kam in der Mitte der Gruppe, unerkannt; und sie trug ihre schäbigsten Kleider. Sie ging und setzte sich in eine Ecke des Palastes, und ihre Gefährtinnen scharten sich um sie. "Wer ist diese Frau, die sich mit ihren Gefährtinnen abseits in eine Ecke gesetzt hat?," fragte Ibn Ziyad, doch Saineb antwortete ihm nicht. Er wiederholte die Frage nach ihr ein zweites Mal. "Das ist Saineb, die Tochter Fatimas (Friede sei mit ihr ), der Tochter des Gesandten Allahs ( Gottes Gebet über ihn und seine Familie )," sagte einer ihrer Gefährtinnen zu ihm.

"Preis sei Allah," sagte Ibn Ziyad, als er auf sie zuging, "der euch beschämt, getötet und die Falschheit eurer Behauptungen offengelegt hat."
"Preis sei Allah," erwiderte Saineb, "Der uns mit Seinem Propheten ( Gottes Gebet über ihn und seine Familie ) gesegnet hat, und Er hat uns vollkommen von Sünde gereinigt. Er beschämt nur den großen Sünder und legt die falsche Natur des Lasterhaften offen. Solch Männer sind nicht unter uns, Gepriesen sei Allah."
"Und wie bewertest du, wie Allah eure Familie behandelt hat?," fragte Ibn Ziyad.
"Allah hat ihnen den Tod beschieden," antwortete Saineb, "und sie gingen tapfer zu ihren Ruhestätten. Allah wird euch und uns zusammen versammeln. Ihr werdet eure Entschuldigungen bei Ihm vorbringen, und wir werden eure Gegner vor Ihm sein, denn werden wir sehen, wer die Oberhand hat, Ibn Murdschana."
Diese Tapferkeit und der Mut, den Saineb an den Tag legte war nach dem Massaker des gestrigen Tages völlig unerwartet, besonders nicht von einer Frau, die ihre gesamte Familie im Krieg verloren hatte. Ibn Ziyad wurde zornig und kochte vor Wut und nahm seine Peitsche.

"O Gouverneur," ging Amr ibn Huraith dazwischen, " sie ist doch nur eine trauernde Frau. Nimm ihr das nicht übel."
"Allah hat meine Seele von deiner Tyrannei und der Rebellion deiner Familie geheilt," sagte Ibn Ziyad



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