Der Islam und Rationalismus



Jeder, der auch nur den geringsten Einblick in die koranischen Verse gehabt hat, weissß, dass der Islam ein rationaler Glaube und eine rationale Religion ist, die sich in ihren Inhalten und Grundlagen auf Vernunftbeweise stützt. Der islamische Glaube ist von einer Überzeugung getragen, die auf Wissen und Erkenntnis fußt. Es gibt zahlreiche Verse und prophetische Aussprüche, die zu verstehen geben, dass ein Glaube, der nicht auf dem Fundament des Wissens, des Bewusstseins und der Erkenntnis basiert, völlig wertlos ist. Weshalb der Koran auch zum Nachdenken und zum Verstehen und Einsehen einlädt. Ja, aus diesem Grunde ruft der Koran in seinen Versen zum geistigen Erforschen auf und spornt dazu an, über die Weiten des Alls, die Natur, das Leben und die Person des Menschen nachzudenken.

Andererseits bekräftigt dieses umfassende Buch Gottes auch, dass der Islam die Religion der Freiheit und der Selbstbestimmung und nicht der Unterdrückung und des Zwanges ist. So sagt Gott, Der Erhabene, darüber:

"Es gibt keinen Zwang im Glauben; die Wahrheit ist nunmehr von der Falschheit deutlich unterschieden." [2:256]

An anderer Stelle heißt es:

"Und falls dein Herr wollte, würden alle zusammen glauben, die auf Erden sind. Willst du also die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden?" [10:99]

An einer anderen Stelle spricht Gott:

"Du bist kein Herrscher über sie." [88:22]

Und schließlich spricht Er, Der Allwissende:

"Und sprich: Es ist die Wahrheit von eurem Herrn! Wer also mag, der soll glauben, und wer mag, der soll den Glauben verweigern. Wahrlich, Wir haben den Ungerechten ein Feuer bereitet." [18:29]

Gott, Der Erhabene, macht in diesen und anderen solchen Versen deutlich, dass echter Glaube nicht durch Zwang und Nötigung sondern lediglich durch Vernunftbeweise und Wissen und durch das Bewusstsein vom Inhalt der göttlichen Botschaft erlangt werden kann. Weiter macht Er deutlich, dass es der Mensch ist, der seinen Weg wählt und sich für den Glauben oder den Unglauben entscheidet; weshalb dieser für seine Entscheidung und sein Tun verantwortlich ist. Es sind die eigenen Entscheidungen des Menschen, die ihn zu immerwährender Glückseligkeit oder zu ewigem Elend führen.



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