Die Ansprache des Propheten in Ghadir-e Chumm



Die Ansprache des Propheten in Ghadir-e Chumm

 

 

Die Pilgerfahrt war vorüber. Der Prophet hatte die Muslime mit den verschiedenen Ritualen und Zeremonien der Hadsch vertraut gemacht. Nun war es an der Zeit, wieder nach Medina zurückzukehren.

Auf dem Rückweg machte sich der Prophet Gedanken über seine Nachfolge. Der Prophet wusste, dass er diese Welt bald verlassen würde und deshalb wollte er das Wichtigste regeln. Natürlich war er um die Sicherheit des jungen islamischen Staates besorgt. Was würde geschehen, wenn er. Muhammad, der Gesandte Gottes nicht mehr mit Rat und Tat den Muslimen würde zur Seite stehen können? Würden die Muslime ihre Einheit und Einigkeit bewahren oder würden sie in Streitigkeiten und Zwietracht verfallen? Würden die alten Stammesfehden wieder losbrechen. Wer könnte ihre Streitigkeiten dann schlichten?

Nach Verlassen der heiligen Stadt kam der Engel Gabriel und verkündete das Wort Gottes, das Ali Ibn Abi Talib zum Stellvertreter und Testamentvollstrecker des Propheten, sowie als Statthalter Gottes auf die Einhaltung der Gesetze Allahs, die durch Seinen Gesandten verkündet wurden, wachen.

Imam Ali (Friede sei mit ihm) war zu dieser Zeit 33 Jahre alt. Die Zahl der Muslime war in den letzten 14 Monaten auf das 6 bis 8fache angewachsen. Aufgrund der großen Entfernungen hatten die Neumuslime noch nicht alle Gesetze des Islams kennen gelernt. Viele Heuchler sind gezwungenermaßen zum Islam übergetreten und haben auf eine Chance gewartet, den Islam von innen zu zerstören. Die Heuchler hassten Imam Ali (Friede sei mit ihm ), weil er viele ihrer Verwandten im Krieg getötet hatte, außerdem stand er dem Propheten (Allahs Gebet mit ihm und seiner Familie), nicht erst durch die Heirat mit Fatime As-Zahra am nächsten. Der Prophet (Allahs Gebet mit ihm und seiner Familie) befürchtete, dass viele Neumuslime die Ernennung seines jungen Cousins und Schwagers Imam Alis (Friede sei mit ihm) zum Fürst der Gläubigen als ein Rückschritt in die vorislamische Zeit ansehen würden. Außerdem wusste der Prophet (Allahs Gebet mit ihm und seiner Familie), dass die vielen Feinde Imam Alis (Friede sei mit ihm) nichts unversucht lassen um mit ihrer sehr effektiven Propagandamaschinerie sein Bild bei den Muslimen so zu verzerren, dass er nach einem eventuellen Amtseintritt fast keine Chance mehr haben würde für Ruhe und Ordnung im großen islamischen Reich zu sorgen.

Aus diesen Gründen äußerte der Gesandter Gottes (Allahs Gebet mit ihm und seiner Familie) seine Befürchtungen dem Engel Gabriel gegenüber. Allahs Antwort kam sofort im Sure 5 - Der Tisch, Vers 67:

"O du Gesandter! Verkündige, was zu dir hinabgesandt ward von deinem Herrn; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungläubigen den Weg".

Zwei wichtige Aspekte werden in dieser Vers deutlich.



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