Die göttliche Gerechtigkeit



Wir Menschen würden diejenigen unter uns als gerecht bezeichnen, die bei ihren Urteilen die Prioritäten berücksichtigen, die Rechte des anderen akzeptieren, den Unterdrückten in Schutz nehmen und uns gegen die Unterdrückung und das Unrecht stellen. Solche Menschen sind nach unserem Empfinden gerecht und würdig. Dagegen wird ein Mensch, der die Rechte des anderen missachtet und sich in den Streitigkeiten (ungeachtet der Rechtslage) auf die Seite des Stärkeren stellt, als ungerecht bezeichnet und verachtet. Kann man die göttliche Gerechtigkeit auch so verstehen wie wir die Gerechtigkeit untereinander verstehen? Ist es überhaupt denkbar, den absoluten Gott menschlichen Gerechtigkeitsnormen zu verpflichten? Und überhaupt - wir gehen davon aus, dass die göttliche Gerechtigkeit nichts anderes ist als die Gerechtigkeit, die wir Menschen untereinander praktizieren. Ist denn so etwas auch praktikabel?

 

Es bedarf keiner Erläuterung, dass in den zwischenmenschlichen Beziehungen Prioritäten und Vereinbarungen die Richtlinien der Gerechtigkeit bestimmen. Jeder Mensch hat ein individuelles Recht auf das Leben, auf seine Freiheit und auf seinen Besitz. Wenn sich nun ein Mensch an den Grundrechten des anderen vergreift, begeht er ein Unrecht, wie ist es aber? Gelten diese Prinzipien für die göttliche Gerechtigkeit auch? Natürlich nicht. Denn alles, was wir besitzen, hat Gott uns gegeben. Wir besitzen, weil Er, Gott, uns das Besitzen gewährt.

 

Es ist vergleichsweise so, als wenn ein Vater seinen Kindern Spielzeuge kauft. Die Kinder dürfen damit spielen, und betrachten es auch als ihr Eigentum. Aber der wahre Besitzer ist der Vater. Gott, der Erhabene, ist der Schöpfer und damit der unbestreitbare und alleinige Besitzer des Universums und dessen, was es beinhaltet.

 

Wir lesen im Quran in der 59. Sura Vers 1:

 

„ Alles, was in den Himmeln, und alles, was auf Erden ist, preist Allah; und Er ist der Erhabene, der Allweise.“

 



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