Jesus im Islam



Aus gegebenem Anlass: Ein Blick in die qur'anische Offenbarung über den Propheten Jesus. Von Cemil Sahinöz
Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten Ibrahim zurück. Drei ihrer Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Ibrahims – Muhammed über den ältesten Sohn, Isma’il, und Moses (Musa) und Jesus (’Isa) über Isaak (Ishaq), Friede sei mit ihnen.

Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentums ist es, dass die Muslime an alle Gesandten Gottes ohne Ausnahme glauben und sie achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott entsandt wurden – für den selben Zweck, die Menschheit zu Gott zu leiten –, ist der Glaube an sie wichtig und logisch. Einige anzuerkennenen und andere zurückzuweisen muss auf Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten beruhen oder auf rassistischen Vorurteilen.

Nur die Muslime betrachten den Glauben an alle Propheten Gottes als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden Jesus und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Moses, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte, festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Gottes an, die der Menschheit Leitung brachten. Daher ist Muhammed (Friede sei mit Ihm) weder der erste ,noch der einzige Prophet, an den die Muslime glauben. Der Glaube an alle Gesandten Gottes ist Muslimen im Koran befohlen:

„Sprecht (ihr Gläubigen): „Wir glauben an Gott und an das, was uns (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und ihren Nachkommen (als Offenbarung) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus (von Gott) gegeben ward, und was den (anderen) Propheten von ihrem Erhalter (als Offenbarung) gegeben worden ist. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (2:136)

Der Koran setzt fort, die Muslime darauf hinzuweisen, dass dies der wahre und unparteiische Glaube ist. Es gibt mindestens zwei wichtige Punkte bezüglich des Prophetentums, die geklärt werden müssen. Diese Punkte betreffen die Rollen von Jesus und Muhammed als Propheten, die gewöhnlich missverstanden werden.

Die koranische Darstellung von Jesus weist nachdrücklich die Vorstellung von „Göttlichkeit“ und „Gottes Sohn“ zurück und stellt ihn als einen der großen Propheten Gottes vor. Der Koran macht klar, dass die Geburt Jesus ohne Vater ihn nicht zu „Gottes Sohn“ macht und erwähnt in diesem Zusammenhang Adam, der von Gott ohne Vater und Mutter erschaffen wurde: „Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam. Er erschuf ihn aus Staub. Dann sprach Er zu ihm: "Sei!", und er war.“ (3:59)

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Ein Muslim spricht nie einfach von „Jesus“, sondern fügt immer den Satz hinzu „Frieden auf ihm“. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie zum Beispiel das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten.

An verschiedenen Stellen wird Jesus im Koran erwähnt:

„Wir gaben Moses fürwahr das Buch und ließen Gesandte folgen in seinen Fußstapfen; und Jesus, dem Sohn der Maria, gaben Wir offenkundige Zeichen und stärkten ihn mit dem Geiste der Heiligkeit. Wollt ihr denn, jedes Mal, da ein Bote zu euch kommt mit dem, was ihr selbst nicht wünschet, hoffärtig sein und einige als Lügner behandeln und andere erschlagen?“ (2:87)

„Jene Gesandten haben Wir erhöht, einige über die andern: darunter sind die, zu denen Allah sprach; und einige hat Er erhöht um Rangstufen. Und Wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, klare Beweise und stärkten ihn mit dem Geist der Heiligkeit. Und wäre es Allahs Wille, dann hätten die, welche nach ihnen kamen, nicht miteinander gestritten, nachdem ihnen deutliche Zeichen zuteil geworden; doch sie waren uneins. Es waren solche unter ihnen, die glaubten, und solche, die ungläubig waren. Und wäre es Allahs Wille, sie würden nicht miteinander gestritten haben; doch Allah führt durch, was Er plant.“ (2:253)



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